Growth Report · Außenanalyse

Revive: Profit statt Klick

Sajjad MuradBWL mit Schwerpunkt Marketing und Controlling, TH Köln · Bewerbung als Performance Marketing Manager

In einem Rechenbeispiel mit angenommenen Kosten und einem einheitlichen ROAS-Ziel von verdient Revive an einem Ledersofa € und verliert an einem Sessel €. Bei Unikaten entscheidet der Deckungsbeitrag, nicht der Umsatz.

Hinweis: Dies ist eine erste Außenanalyse auf Basis öffentlich sichtbarer Daten. Sie deckt nicht alle Daten und Kanäle ab. Interne Zahlen wie Einkaufspreise, Budgets und Conversions lagen nicht vor. Die Hypothesen sind ein Startpunkt für das Gespräch, kein fertiges Urteil.

Rechenbeispiel: Verkaufspreis des Sofas aus dem Shop, alle Kosten angenommen, keine internen Zahlen von Revive.

Google-Anzeigen über die Zeit, rund

Meta-Anzeigen in der Werbebibliothek

%

der Kunden kommen vor dem Kauf in den Showroom, das Tracking sieht davon wenig

Google-Bewertungen mit Ø Sternen, bisher kaum in Anzeigen genutzt

Fünf Hypothesen und was ihre Prüfung bringen würde

Jede Karte trennt, was öffentlich sichtbar ist, was daraus vermutet wird und was ich empfehlen würde.

Beobachtungöffentlich belegt HypotheseVermutung, intern zu prüfen Empfehlungnächster Schritt

Steuerung auf Umsatz statt auf Gewinn?

BeobachtungPreis- und Rabattbotschaften prägen die Anzeigen, und Unikate haben je Stück sehr unterschiedliche Margen.

HypotheseEin einheitliches ROAS-Ziel macht einzelne Verkäufe unprofitabel. Ob Revive intern bereits nach Marge steuert, ist von außen nicht sichtbar.

EmpfehlungConversion-Werte auf Deckungsbeitrag umstellen und POAS messen.

Sehen Google und Meta alle Käufe?

BeobachtungLaut eBay-Händlerporträt besucht rund die Hälfte der Kunden vor dem Kauf den Showroom. Die Dauerkampagnen zielen auf Termine und Eintragungen.

HypotheseEin Teil dieser Käufe fließt nicht als Signal an die Plattformen zurück. Ob intern Offline-Conversions importiert werden, lässt sich von außen nicht prüfen.

EmpfehlungRückspielung der Käufe prüfen und, falls sie fehlt, aufsetzen.

Rabatt als Hauptbotschaft

Beobachtung„Für die Hälfte“ bei Meta, Rabatt-Badges im Google-Feed.

HypotheseBeworben wird oft Ware, deren Marge durch eine Preissenkung bereits gesunken ist.

EmpfehlungBudget nach Standzeit steuern, bevor reduziert werden muss.

Wenige neue Creatives

BeobachtungMehrere Anzeigentexte laufen seit über einem Jahr unverändert. Einige neue Ansätze liefen nur ein bis zwei Wochen.

HypotheseDas kann an guter Performance der bestehenden Anzeigen liegen oder an fehlender Testkapazität. Von außen ist beides möglich.

EmpfehlungFester Testrhythmus mit vorher festgelegtem Erfolgskriterium.

Lücken in der Zuordnung?

BeobachtungKleinanzeigen-Links ohne sichtbare Kampagnenparameter, Google-Anzeigen aus mehreren Werbekonten.

HypotheseEin Teil des Marktplatz-Traffics erscheint im Shop als direkter Besuch.

EmpfehlungKampagnenparameter einführen und die Kontostruktur prüfen.

Die ROAS-Falle

Gleiches ROAS-Ziel, zwei Artikel. Erst nach Einkauf, Steuer auf die Marge, Aufbereitung und Lieferung zeigt sich, ob Werbung Gewinn bringt: POAS gegen . Einkaufspreis, Aufbereitung und Lieferung sind Annahmen.

Ein Jahr Meta in einem Bild

Drei Dauerkampagnen tragen das Budget, alle mit Ziel Termin oder Eintragung statt Kauf. Neue Ideen wie die Inzahlungnahme liefen ein bis zwei Wochen. Warum sie beendet wurden, ist von außen nicht sichtbar.

Zwei Anzeigen, zwei Zielgruppen

Das Sofa erreicht vor allem ältere Frauen, das Stuhlset jüngere Männer, beide im selben lockeren Ton. Ausschnitt der EU-Reichweitendaten.

Die Reichweite liegt auf Marktplätzen

Allein auf Kleinanzeigen laufen Anzeigen, verlinkt ohne Kampagnenparameter. Wer von dort kauft, erscheint im Shop vermutlich als direkter Besuch.

Was ich in den ersten drei Monaten testen würde

Jeder Test hat ein Erfolgskriterium, das in Euro Gewinn messbar ist.

Nr.HypotheseTestErfolgskriterium

Alle Zahlen stammen aus öffentlichen Quellen: Revive-Shop, Meta-Werbebibliothek mit EU-Transparenzdaten, Google Ads Transparency Center, eBay-Händlerporträt und Plattformprofilen. Sajjad Murad, Köln.